Füße, Stapfen & Spuren

Die beiden Füße im Loge gehören uns: Jan und Lena Singer-Fischer. Zwei Originale! Unsere Füße sind Gold wert. Jede einzelne Beere wird darunter zu Most. Im elterlichen Weingut mit der Traube groß geworden, ziehen wir beide gerade hinaus, um noch viel mehr von der Weinwelt zu entdecken. Ausbildung, Studium, gerne auch Weinproben. Und nun das erste gemeinsame Weinprojekt: ,Fußstapfen'. Ein Weg voller Diskussionen, Fragen, Wünsche. Das Ziel: Riesling, Schlossberg, besonders! Da sind wir uns einig - zwischen Bruder und Schwester ist das durchaus nicht immer der Fall...
,Fußstapfen' - der Name ist Programm und steht für den Weg: Für die Machart, die Trauben mit eigenen Füßen nach alter Manier zu stampfen. Für den Wunsch, in die Fußstapfen der Eltern zu treten und sich mit großer Lust dem Weinmachen zu widmen. Für die Eigenständigkeit, dabei ab und zu ganz bewusst daneben zu treten, um eigene, tiefe Spuren zu hinterlassen.

Was für ein Wein?!

Riesling also! Mit Respekt vor der Sorte und Spaß an der Tradition gehen wir die Sache an. Schlossberg. Hanglage. Tiefgründiger Boden. Muschelkalk. Der Riesling fühlt sich wohl in der Herbstsonne. Wir lassen sie hängen, die Trauben, viel länger als sonst üblich. Vollständige Reife ist Voraussetzung. Erst dann wird gelesen. Mit den Händen und - mit den Augen. Denn nur die allerbesten Beeren schaffen es bis in den Leseeimer. Schließlich kommt erst einmal Muskelkraft statt Kelter zum Einsatz, die Trauben werden sanft mit den Füßen getreten. Die Maische bleibt 48 Stunden bei 5°C stehen -  eine sogenannte Kaltmazeration -, bevor die Vergärung mit ausschließlich eigenen Hefen beginnt. Wir werden später mit einer grandiosen Aromenvielfalt belohnt.
Geduld. Langes Hefelager. Über die Monate reift ein kräftig-eleganter Wein mit zurückhaltender Säure heran: unser erster ,Fußstapfen'-Riesling. Konzentriert, mit zarten Aromen gelber Früchte wie Birne und Aprikose und einer dezenten Rauchigket, welche die partielle Lagerung im Holzfass verrät. Anders.

Weinmacher's Gedanken

Nein, wir wollen nicht alles anders machen. Und doch haben uns unsere - bisher noch kurzen - Weinwege schon auf einige neue Ideen gebracht. Wir lieben den Austausch und probieren Neues, nicht ohne Bewährtes im Auge zu behalten, Traditionen wiederzubeleben oder auch die eine oder andere Empfehlung zu beherzigen.
Unser ,Fußstapfen'-Riesling ist ein noch junger, vielleicht sogar etwas aufmüpfiger Riesling mit Potential - denn der ebenso langsame wie achtsame Weinausbau verspricht weitere Reife auf der Flasche, die wir - mit Blick auf die Tradition und Qualität - mit Naturkork verschließen. Gewisse Parallelen zu den Weinmachern sind nicht zufällig... aber für Philosophisches fühlen wir uns noch viel zu jung. Wir freuen uns einfach, wenn anderen unsere Fußstapfen genauso gut gefallen wie uns.

 

Fußstapfen 2.0

Auch aus dem 2015er Jahrgang wird es eine ,Fußstapfen'-Fortsetzung geben. Dieses Mal in Rot!
Spätburgundermaische vergoren in offenen Barrique-Fässern. Man darf gespannt sein!

P.S. auch dieser Bursche entwickelt sich prächtig, leider müssen wir hier aber auch noch etwas geduldig sein, denn wie heißt es so schön: "Gut Ding will Weile haben"..

 

 

Neuer Jahrgang - Neuer Fußstapfen

Der Herbst 2016 hat uns unsere nächste Edition Fußstapfen 3.0 beschert.
Weißburgundertrauben wie aus dem Bilderbuch wurden selbstverständlich handverlesen geerntet, wie es sich gehört, mit den Füßen gestampft und einige Stündchen auf der Maische stehen gelassen, bis der Most nach dem Abpressen schließlich im 500L Eichen-Tonneau-Fass gären durfte - spontan natürlich.
Bei den ersten beiden Jungweinproben hat er sich wacker geschlagen und wir freuen uns jetzt schon drauf!